19.12.2017 / Beelitz

„Ich bin überglücklich und kann es noch gar nicht richtig fassen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth.

Spaziergänge durch eine bunte Parklandschaft zwischen Altstadt und Nieplitz, Konzerte und Feste auf dem Gelände des alten Klärwerkes, eine Kaffeepause am Mühlenteich – was bis vor Kurzem noch eher nach ferner Zukunftsvision klang, wird nun Wirklichkeit: Die Spargelstadt Beelitz hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2022 bekommen. In der Woche vor Weihnachten hat das Landwirtschaftsministerium den Sieger des Ausschreibungsverfahrens bekanntegeben, an dem sich aufgrund der Kürze der Zeit nur die beiden Finalisten um die Laga 2019 beteiligen durften. Neben Beelitz durfte auch Spremberg noch einmal ins Rennen gehen. „Beide Bewerber haben uns interessante, professionell vorbereitete Konzepte vorgelegt. Am Ende kann es aber nur einen Ort für eine LAGA 2022 geben“, erklärte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Im Beelitzer Rathaus herrschte, nachdem die Entscheidung bekannt wurde, Jubelstimmung: „Ich bin überglücklich und kann es noch gar nicht richtig fassen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth. Er hatte noch im Oktober die Bewerbung der Spargelstadt vor der Interministeriellen Arbeitsgruppe in Potsdam ausführlich vorgestellt und sich den Fragen der Juroren gestellt. Am Ende fiel das bis vor Kurzem auch für die Bewerber unter Verschluss gehaltene Ergebnis einstimmig aus und das Kabinett war dieser Emfpehlung gefolgt. „Das ist eine riesige Auszeichnung für unser Konzept, das wir gemeinsam mit den Beelitzer auf die Beine gestellt haben. Und es zeigt, dass die Landesregierung an unsere Stadt glaubt.“

In den nächsten Monaten wird es darum gehen, die einzelnen Punkte in die Wege zu leiten. Das Kerngelände der Beelitzer Gartenschau erstreckt sich über die Wiesen südlich der Altstadt und wird im Wesentlichen durch die Nieplitz und das Mühlenfließ eingerahmt, das zu diesem Anlass wiederhergestellt werden soll. Die Machbarkeit wird derzeit vom Landesumweltamt untersucht. Ebenfalls Teil des Geländes wird das seit 20 Jahren brach liegende alte Klärwerk, das nicht nur für die Gartenschau zu einer Veranstaltungsarena umgebaut werden soll. Hier können in Zukunft auch die Beelitzer Festspiele, Konzerte während des Spargelfestes und Sport- und Musikveranstaltungen für jüngere Beelitzer eine neue Heimstadt finden. All die Vorhaben, die im Zuge der Landesgartenschau umgesetzt werden, bezuschusst das Land aus verschiedenen Fördertöpfen generell zu drei Vierteln.

Eingebunden in die Landesgartenschau 2022 werden auch die Altstadt mit der Kirche sowie als weitere Nebenkulissen die Bockwindmühle, der Park am Wasserturm und die Beelitzer Heilstätten. Auch die Spargelhöfe wollen sich beteiligen, die Verbindung wird mit einem Spargelshuttle geschaffen, das in Form von Elektrobussen daherkommen soll. Auch die Nachbarkommunen sind aufgerufen, sich über mögliche Beteiligungsformen Gedanken zu machen. Die Beelitzer Ortsteile werden sich – so war es bereits im Konzept für 2019 vernakert – definitiv im Kerngelende wiederfinden.

Die Schau steht unter dem Motto „Gartenfest für alle Sinne“ und soll neben der rein gärtnerischen Schau auch zeigen, was Beelitz an Kulinarischem, aber auch an Baukulturellem und Geschichtlichem zu bieten hat. Für das gut halbe Jahr, in dem die Schau läuft, rechnet die Stadt erst einmal vorsichtig mit 500 000 Besuchern. Daraus soll sich – ebenso wie aus den Investitionen – ein langfristiger Effekt für die örtliche Wirtschaft, die Entwicklung der Stadt und die Lebensqualität der Bürger ergeben.

Text © Thomas Lähns