Die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2022 in Beelitz laufen auf Hochtouren: Während auf dem künftigen Kerngelände zwischen Altstadt und Nieplitz demnächst die ersten Bauarbeiten beginnen, gibt es fast im wöchentlichen Rhythmus Abstimmungsrunden mit Planern, Genehmigungsbehörden und mit Partnern wie der Kirche und Beelitzer Vereinen. Zudem wird die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft mit begrenzter Haftung (gGmbH) vorbereitet, die in vier Jahren für die Durchführung der Laga verantwortlich sein wird.

 

 

 

Über den Gesellschaftervertrag hat der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung beraten. Laut Entwurf, der derzeit von der Unteren Kommunalaufsicht geprüft wird, soll die gGmbH als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt gegründet werden und zwei Geschäftsführer haben – zum einen den Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth, zum anderen Michael Steinland, der sämtliche Brandenburgische Landesgartenschauen seit 2002 begleitet und größtenteils auch gemanagt hat. „Jede Gartenschau ist anders, entsprechend der örtlichen Gegebenheiten, der Ideen der Ausrichter, aber auch des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeldes“, erklärt Steinland. „Schon deshalb wird die Beelitzer Laga etwas Besonderes.“ Gleichwohl hätten alle Landesgartenschauen viel Positives für die jeweiligen Städte und deren Bürger gebracht. Steinland, der in der Uckermark lebt, begleitet die Spargelstadt bereits seit der ersten Bewerbungsphase 2015.

 

 

 

Zudem soll es einen Beirat geben, der von fünf bis sechs Stadtverordneten sowie je einem Vertreter des Spargelvereins, des Landkreises, des Naturparks Nuthe-Nieplitz sowie der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH und des Vereins zur Förderung der Landesgartenschauen in Brandenburg gebildet wird. Die Gesellschaftsform einer gGmbH habe den Vorteil, dass auch bei einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb Spenden steuerfrei abgerechnet werden können. Und dass man bei einem ermäßigten Umsatzsteuersatz trotzdem voll zum Vorsteuerabzug berechtigt sei. Dadurch würde sich schon durch den Verkauf der veranschlagten 450 000 Karten ein geschätzter Mehrertrag von über 700 000 Euro ergeben.

 

 

 

„Wir wollen die Gesellschaft möglichst dicht bei der Stadt ansiedeln“, erklärte Bürgermeister Knuth im Hauptausschuss. Und während diese Laga-Gesellschaft die konkreten Vor- und Nachbereitungen sowie die Durchführung der Gartenschau übernehmen wird, bleiben sämtliche Anlagen, die mit der Gartenschau entwickelt werden, im Eigentum der Stadt, die auch die Investitionen übernimmt. „Alles, was wir im Zusammenhang mit der Gartenschau entwickeln, wird auch danach einen Nutzen haben“, betonte der Beelitzer Kämmerer Uwe Hensel. „Wir bauen keine Potemkin’schen Dörfer, die dann wieder abgerissen werden.“

 

 

 

So soll sich auf dem rund 15 Hektar großen künftigen Kerngelände auch nach 2022 jede Menge abspielen. Das alte Klärwerk, das seit 20 Jahren brach liegt, wird im Zuge der Gartenschau zu einem Amphitheater mit Naturbühne und Blick auf die Altstadt umgebaut, dort sollen in Zukunft die Beelitzer Festspiele und auch Konzerte stattfinden. „Vor allem beim Spargelfest brauchen wir eine Entlastung der Altstadt“, erläuterte der Bürgermeister. Auch von der Gestaltung des Bürgerparks an der Nieplitz, für den das Land schon vor dem Zuschlag für die Gartenschau Fördermittel bereitgestellt hat, werden die Beelitzer auf lange Sicht etwas haben. Für die Umgestaltung fällt demnächst der Startschuss mit dem Abriss der alten Garagen am Steinhorst, für welche die Stadt bereits in der Nähe Ersatz schafft. Die Rekonstruktion des Mühlenfließes nahe der Mauerstraße fällt ebenfalls nicht in die Projektförderung der Landesgartenschau, dieses Vorhaben würde zu hundert Prozent aus der Wasserrahmenrichtlinie der EU finanziert werden. Allerdings wird derzeit noch geprüft, ob das Vorhaben technisch umsetzbar ist, eine Entscheidung des Landesumweltamtes wird für den Sommer erwartet.

 

 

 

Zu den Plänen für die Gartenschau gehört auch die Errichtung eines großzügigen Naturbadesees in der Treuenbrietzener Straße. In den Wiesen, wo sich einst der Mühlenteich befand, könnten in wenigen Jahren wieder Beelitzer und Gäste im Sommer baden und im Winter bei entsprechendem Wetter Schlittschuh laufen. Vor dem See gibt es genug Platz für ein Freizeitareal mit Spielplatz, Sportflächen und Erholungsbereich. „Wir haben lange überlegt, wie wir den Menschen in unserer Stadt auch in Zukunft die Möglichkeiten bieten, die sie derzeit im Freibad haben“, erläuterte Bürgermeister Bernhard Knuth. Dass eine Sanierung des knapp 40 Jahre alten Freibades nicht gefördert wird, hatte die Stadt bereits im Zuge der Bewerbung 2015 vom Land mitgeteilt bekommen. Ein Naturbad hingegen wird in vollem Umfang bezuschusst und biete auch darüber hinaus viele Vorteile: „Es ist nicht nur drei Monate, sondern das ganze Jahr über nutzbar. Der Freizeitbereich kann großzügig angelegt und bei Bedarf erweitert werden. Und einen Bademeister können wir während der Saison auch dort einsetzen – so wie wir auch Bahnen für den Schulsport einrichten können.“

 

 

 

Unweit des Sees, im Zentrum der sogenannten Archeninsel, soll indes ein slawisches Dorf mit Hütten nachempfunden werden, in dem Kinder nicht nur etwas über die Natur, sondern auch die Geschichte erfahren. An jenem Orte soll sich einst die Slawenburg „Belizi“ befunden haben, von der in der Urkunde von 997 die Rede ist. Aber auch in den Nebenkulissen sollen Fördermittel nachhaltig investiert werden, so in die sanierungsbedürftige Stadtpfarrkirche, die für die Hallenschau genutzt werden könnte, oder in den Wasserturm und den Bereich der Bockwindmühle, die zur Gartenschau ebenfalls eine Rolle spielen sollen.

 

 

 

Die Vorhaben sind allesamt bereits der Interministeriellen Arbeitsgruppe vorgestellt worden, welche im Auftrag des Landes die Vergabe der Fördermittel koordiniert. „Kein einziger Punkt hat für Diskussionen gesorgt“, berichtete der Bürgermeister. Und auch vonseiten der Unteren Naturschutzbehörde habe es für alle vorgestellten Vorhaben grünes Licht gegeben. Die Stadtverwaltung bereitet derzeit die europaweite Ausschreibung der Hauptplanungsleistung der Laga 2022 vor, hat sich dafür auch rechtlichen Beistand geholt, erläuterte Knuth. Die Laga-gGmbH soll indes bis Ende des Jahres gegründet werden, vorher müssen die Stadtverordneten den Gesellschaftervertrag beschließen – ebenso wie die großen Investitionsprojekte, die in nächster Zeit anstehen.

 

 

Text Thomas Lähns Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
www.facebook.com/LagaBeelitz/

 

 

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1 Altstadt "Augenschmaus"
2 Festwiese "Beelitz kulinarisch"
3 Festspielareal "klangvoller Garten"
4 Freizeitpark "Erholung erleben" & "Natur erfahren"
5 Naturbadesee