In Beelitz ist jetzt eine private Online-Umfrage gegen die Idee eines Badesees in der Treuenbrietzener Straße gestartet worden. Ein solcher See mit großem Freizeitbereich war unlängst im Hauptausschuss im Zuge der Planungen für die Landesgartenschau zur Sprache gebracht worden – getragen von dem Gedanken, die Lebens- und Freizeitqualität für die Kinder und Familien in der Stadt weiter zu erhöhen.

Der Hintergrund: Das gut 40 Jahre alte Freibad an der Nieplitz wird in seiner jetzigen Form nicht ohne millionenschwere Investitionen aus dem städtischen Haushalt erhalten werden können. Diese Erkenntnis ist nicht neu, schon vor acht Jahren hat ein Gutachten ergeben, dass eine Freibadsanierung nicht nur teuer wäre, sondern es auch fraglich ist, ob an dem jetzigen Standort aufgrund des hohen Grundwasserspiegels ein Erhalt überhaupt möglich wäre.

Die Forderung nach dem Erhalt des Bades auf der Plattform www.change.org erhält derzeit einigen Zulauf. Unterstützen kann man per Klick – egal, ob man Beelitzer Bürger ist oder nicht, ob man das Freibad tatsächlich nutzt oder lediglich mit dem Gedanken sympathisiert.

„Beim Thema Badesee handelt es sich erst einmal um eine Idee“, unterstreicht Bürgermeister Bernhard Knuth. Diese Idee sei weder schon auf ihre Machbarkeit untersucht worden, noch gebe es dazu eine konkrete Planung. „Wenn wir so etwas planen sollten, dann werden die Kitas, Schulen und das Familienzentrum daran beteiligt, um so ein Projekt nach den Vorstellungen und Wünschen derer zu gestalten, die es künftig auch nutzen werden.“

Es gehe nicht darum, jemandem etwas weg zu nehmen. Doch genau diese emotionale Debatte wurde nun eröffnet und rückt das eigentliche positive Anliegen – für die Kinder und Familien der Stadt einen beständigen Ort für Freizeit und Erholung zu schaffen – in den Hintergrund. „Die Frage, ob ein Freibad erhalten werden soll, wird natürlich jeder aus dem Bauch heraus sofort mit „Ja“ beantworten. Das ist absolut verständlich, denn auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten fällt schwer. Aber man darf bei der Betrachtung nicht vergessen, dass es auch künftig eine adäquate Alternative geben wird.“

Der Badesee – wenn das Projekt überhaupt so umgesetzt wird – soll dem Freibad in seinen Möglichkeiten in nichts nachstehen, im Gegenteil: Ziel wäre es, dass er völlig kostenfrei jedem zur Verfügung steht – und das auch länger als drei Monate im Jahr. Zudem ist die Eignung des Badesees für den (Schul-)Schwimmsport von Anfang an als Grundvoraussetzung betont worden. Auch ein Bademeister oder Rettungsschwimmer kann dort – ebenso wie derzeit im Freibad – im Sommer eingesetzt werden. Zudem spielt auch die Frage nach einer Erweiterung und Aufwertung des Areals eine Rolle bei den Überlegungen. Im Hinblick auf den weiteren Zuzug von Familien muss man sich über eine Erweiterung der Freizeitflächen Gedanken machen, doch am derzeitigen Standort gibt es dazu keine Möglichkeit – im Gegensatz zum Bereich am ehemaligen Mühlenteich.

Ein Argument, dass zwar nicht den Ausschlag gibt, das aber auch nicht außer Acht gelassen werden sollte: Der Badesee könnte im Zuge der Landesgartenschau zu drei Vierteln gefördert werden. Entsprechende Signale gibt es bereits vonseiten der zuständigen Interministeriellen Arbeitsgruppe.

„Letztendlich kann man sich über die Umfrage deshalb freuen, weil sie zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema anregt, die nur gut sein kann“, so der Bürgermeister weiter. Dafür ist jetzt der richtige Zeitpunkt, denn es ist noch keine Entscheidung gefallen und es wird auch in Kürze noch keine Entscheidung dazu anstehen. „Wir möchten in die öffentliche Diskussion darüber eintreten, wie es weitergehen kann. Und wir möchten die Kitas und Schulen daran beteiligen. Wenn wir keine Einigung im politischen Raum und in der Diskussion mit den Bürgern finden, kann ich mir auch vorstellen, einen Bürgerentscheid über diese Frage durchführen zu lassen: Badesee oder auch der Neubau eines Schwimmbades an anderer Stelle.“

Text © Thomas Lähns Pressesprecher der Spargelstadt Beelitz

 

23.04.2018