Wie "Beethoven" nach Beelitz kam

Man muss schon zweimal hinschauen, bevor man seinen Augen wirklich traut: An der Nieplitz ist jetzt ein Schiff „gestrandet“: Fast 20 Meter lang, über dreieinhalb Meter breit und zwölfeinhalb Tonnen schwer. Kaum vorstellbar, dass der Kolos über das kleine Flüsschen in die Spargelstadt gekommen ist, zumal er in seinem jetzigen Zustand weder fahr- noch besonders wassertüchtig wirkt. Doch bis zur Landesgartenschau, die 2022 in Beelitz stattfindet, soll die „Ludwig van Beethoven“ wieder eine echte Perle werden - so wie einst, als das Fahrgastschiff auf dem Rhein unterwegs gewesen war.

Rein zufällig waren die beiden künftigen Gartenschau-Geschäftsführer Bernhard Knuth, zugleich Bürgermeister von Beelitz, und Michael Steinland, auf den ausgemusterten Loreley-Kahn gestoßen, und zwar bei einem Händler für historische Baulemente nördlich von Berlin. Die Herkunft des Schiffs, das 1927 vom Stapel lief und bis zur Wende eingesetzt wurde, danach am Dresdener Verkehrsmuseum auf der Elbe vor Anker lag, ist fast so spannend, wie die Idee, die daraus erwuchs: Es an der Nieplitz aufzustellen, um darin für die Gartenschaubesucher eine Cocktail-Bar zu betreiben. Der Name wird dafür leicht abgewandelt: Aus „Ludwig van“ wird „Ludwig Fun“.

„Es ist etwas absolut Unkonventionelles – und wird dadurch die Landesgartenschau enorm bereichern“, so der Bürgermeister, der die „Lieferung“ heute persönlich in Empfang nahm. Per Tieflader wurde der Kahn von der Berliner Firma Karl Altendorff nach Beelitz transportiert, mit einem Kran abgeladen und in Position gebracht. Der Bug zeigt leicht schräg auf die in zehn Metern Entfernung vorüberplätschernde Nieplitz. Vom künftigen Eingangsbereich aus durch ein Biotop verdeckt und nicht sofort zu sehen, sorgt das Schiff schon jetzt für einen enormen Überraschungseffekt. „Wir werden es nun  einhausen, sodass es von außen nicht zu sehen ist. In den nächsten Monaten wird es dann aufgearbeitet und zur Gartenschau erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt“, erläutert Bernhard Knuth.

Aber auch nach der Landesgartenschau soll die „Ludwig Fun“ weitergenutzt werden – als Party- und Eventlocation für die Beelitzer. Unweit des Schiffs soll – ebenfalls zur Gartenschau – ein Pavillon aufgebaut werden, in dem später Trauungen durch das Beelitzer Standesamt möglich sein sollen. Auf dem Schiff könnten zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften auch gleich feiern. Bis das soweit ist, wird aber noch ein wenig Waser die Nieplitz herunterfließen – vorbei an einem Passagierschiff, das schon so manche große Flüsse gesehen hat und nun in Beelitz heimisch wird.

Herzliche Grüße aus Beelitz,


Thomas Lähns

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