Ausstellung: Weihnachtsteller von Rosenthal zum Adventsmarkt in Beelitz

Für viele Familien gehören sie zu Weihnachten wie Baum und Christstollen: Sammelteller, die an vorangegangene Feste oder liebe Menschen erinnern, die nicht mehr da sind. Bekannt sind unter anderem die Weihnachtsteller des deutschen Unternehmens Rosenthal, das durchgängig seit Ende des 19. Jahrhunderts produziert und in jedem Jahr ein solches Sammlerstück liefert. Die Exemplare von 1910 bis 2000 sind nun in Beelitz zu sehen: Zum Adventsmarkt am kommenden Wochenende wird es eine Ausstellung in der Poststraße 13 geben.

Das Objekt hat Bürgermeister Bernhard Knuth vor einiger Zeit privat übernommen und sanieren lassen, im Haupthaus an der Straße befindet sich seit dem Spätsommer das Optikgeschäft „Brillen im Schmiedehof“. Der Hof selbst und die Nebengelasse indes sollen künftig in Verbindung mit dem beliebten Veranstaltungsort nebenan genutzt werden. „Während des Weihnachtsmarktes sind alle Beelitzer eingeladen, mal vorbeizuschauen und sich ein Bild von dem Objekt zu machen“, sagt der Bürgermeister. Die Porzellanausstellung bietet einen zusätzlichen, sehenswerten Anreiz. „Die beiden Räume im Stallgebäude sind extra als Ausstellungsfläche hergerichtet worden. Sie sollen in Zukunft auch Beelitzer Künstlern oder Sammlern zur Verfügung gestellt werden.“

Und so wird es zum Adventsmarkt neben Markttreiben, Musik und anheimelnder Stimmung in der Altstadt auch eine kleine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert geben. Denn die Teller haben wechselnde Motive, sind mit unterschiedlichen Materialien verziert, tragen zum Teil auch ganz unterschiedliche Stile. „Jeder ist auch ein Spiegel des jeweiligen Zeitgeschehens“, erklärt Bernhard Knuth, der einen Großteil der Wandteller von einer Sammlerin in Berlin erworben hat und seither immer wieder erweitert.

So zeigt der Teller von 1918 einen knienden historisierten Soldaten mit dem Spruch „Friede allen Menschen, die eines guten Willens sind“ - ein unmittelbarer Zusammenhang zum Ersten Weltkrieg, der zu Weihnachten jenen Jahres durch einen Waffenstillstand so gut beendet war.  Die Teller von 1933 bis 1945 indes verweisen überhaupt nicht auf damalige gesellschaftliche und politische Geschehen. Der von 1945 zeigt eine friedliche Winterlandschaft mit Wegkreuz im Gebirge, farbig und mit Goldrand. „An der Gestaltung sieht man irgendwie sofort, dass er zur Nazizeit entstanden ist“, so Knuth. Und das, obwohl auf diesem - wie auch auf allen anderen - keinerlei Symbole zu finden sind. Ein weiterer Teller von 1947 mit der Gottesmutter und dem Jesuskind ist wieder in einfarbigem Kobaltblau gehalten. Die späteren Teller aus den 1970ern indes sind wesentlich bunter, zum Teil auch abstrakter, zeigen ebenfalls biblische Szenen, während die aus den 1980ern mehr realistische zeitgenössische Motive wie winterliche Kirchen oder Marktplätze zeigen..

„Es waren über die knapp hundert Jahre ganz unterschiedliche Künstler am Werk gewesen. Und da die Teller zumeist handbemalt sind, ist jeder ein echtes Unikat“, schwärmt der Sammler. Er sei schon gespannt, wie viele die Begeisterung dafür teilen - oder sich davon sogar anstecken lassen. Die Beelitzerin Gela Fiebig hat bereits angeboten, die Ausstellung zu ergänzen - und steuert fünf Biskuit-Porzellan-Figuren der Wallendorfer Manufaktur zur Ausstellung bei. Die Figuren sind - wie viele der Teller - Raritäten.

Die Ausstellung ist am 30.11. und 1.12. jeweils von 12 bis 18 Uhr in der Poststraße 13 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Thomas Lähns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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