Beelitz : Stadt will Gewerbetreibende verstärkt unterstützen

In Anbetracht der weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus will die Stadt Beelitz jetzt auch die ortsansässige Wirtschaft entlasten: „Wir bieten allen Unternehmen, die im Moment nur eingeschränkt oder überhaupt nicht arbeiten dürfen an, die Gewerbesteuer zinslos zu stunden“, erklärte Bürgermeister Bernhard Knuth. Dafür reicht ein formloser Antrag schriftlich oder per Email an info@beelitz.de.  „Für den Klein- und Mittelstand sind die finanziellen Folgen der Betriebsverbote, der ausbleibenden Kundschaft, aber auch der gehäuften Krankmeldungen von Angestellten, gravierend – zumal die meisten Kosten ungeachtet der derzeitigen Lage weiterlaufen. Wir als Stadt möchten ein Zeichen setzen und erklären uns mit den Gewerbetreibenden solidarisch.“

Die Stadt geht sogar noch einen Schritt weiter und wird Unternehmen, die aufgrund der gestern durch die Landesregierung in Kraft gesetzten Notverordnung ihren Betrieb gänzlich einstellen müssen – also vor allem Einzelhändler außerhalb der Lebensmittelbranche, die ihre Läden schließen müssen, Restaurants und touristische Anbieter – die Gewerbesteuer-Vorauszahlung zum 15.05.2020 zu erlassen. „Wir gehen auch weiterhin sehr verantwortungsbewusst mit öffentlichen Geldern um. Allerding wird dieser Tage auch von jedem gefordert, Opfer zu bringen. Die Stadt als Gemeinwesen kann sich da nicht herausnehmen“, so der Bürgermeister weiter. Mit den angekündigten Schritten schöpft die Verwaltung vorhandene rechtliche Möglichkeiten aus.

Zudem werden durch einen extra dafür bereitgestellten Mitarbeiter der Verwaltung derzeit sämtliche Möglichkeiten geprüft, wie Klein- und Mittelständische Betriebe in Anbetracht der Krise entschädigt werden können. „Auf Landesebene ist dieser Tage Einiges in Vorbereitung. Wir lassen alles recherchieren und sobald es Möglichkeiten gibt, informieren wir die Unternehmen.“ Zum Angebot der Wirtschaftsförderung des Landes gelangt man unter diesem Link. Auch bei der Beantragung kann man sich auf Unterstützung des Rathauses verlassen.

Zugleich appelliert Bernhard Knuth an die Beelitzer Bevölkerung, das städtische Gewerbe zu unterstützen. „Waren und Dienstleistungen, für die man sonst nach Potsdam oder Luckenwalde fährt, bekommt man auch Beelitz. Ich bitte jeden, zu überlegen, ob er Dinge des täglichen Bedarfs nicht lieber vor Ort kaufen sollte. Das hilft den Gewerbetreibenden und spart darüber hinaus Zeit und weite Wege.“ Und auch wer zurzeit auf Online-Warenhäuser ausweicht, um zu shoppen, sollte überlegen, ob er Anschaffungen nicht ersteinmal zurückstellen kann, bis der Einzehändler nebenan wieder geöffnet hat.

Viele Gewerbetreibenden in der Stadt sind auch dazu übergegangen, Lieferdienste anzubieten. Geschäfte, die schließen müssen, können ihre Waren trotzdem noch zu den Kunden bringen, auf telefonische Anfrage kommen die Artikel bis vor die Haustür. Das Geschäft „Ein Buchladen“ bietet das zum Beispiel an. Aber auch die Restaurants, die weiterhin bis 18 Uhr geöffnet haben, bieten auch einen Lieferservice an, wie zum Beispiel die Gaststätte „LandMahl“. Gewerbetreibende, die einen solchen Service einrichten, können diesen auch auf der Homepage der Stadt kostenlos bewerben. Dafür reicht eine Email an laehns@beelitz.de.

 

 

 

Entlastung auch für Vereine in Beelitz

Beelitzer Vereine, die aufgrund der derzeitigen Einschränkungen durch die Notverordnung des Landes mit Einbußen zu rechnen haben, können sich für Unterstützung an die Stadt wenden. „Zurzeit muss das Vereinsleben ruhen: Spiele und Veranstaltungen fallen aus, Trainings, Schulungen und andere Termine können nicht wahrgenommen werden - das kann unter Umständen auch finanzielle Folgen haben“, erläutert Bürgermeister Bernhard Knuth. So könnten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung nicht nur Unternehmen treffen, sondern auch bei Vereinen zu Einnahmeeinbußen, Stornokosten oder anderen Belastungen führen. Solche zusätzlichen Kosten wird die Stadt auf Antrag mit entsprechenden Nachweisen übernehmen. „Ich möchte auf keinen Fall, dass Vereinsmitglieder mit ihrem privaten Geld einspringen und als ehrenamtlich Engagierte auch noch für ihre Arbeit zur Kasse gebeten werden. Auch hier sollte gelten: Wir tragen die Lasten der Krise gemeinsam“, so Knuth.


Thomas Lähns  18.03.2020


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