Die Alte Posthalterei wurde 1789 unter dem damaligen Post- und späteren Bürgermeister Gottlieb Ferdinand Kaehne errichtet und diente bis Anfang der 1870er Jahre als Postexpedition mit Pferdewechsel und Gastwirtschaft. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Postkutschen zunehmend durch das wachsende Schienennetz verdrängt. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus in der heutigen Poststraße 16 als Standesamt, Bibliothek und Heimatmuseum genutzt. 1967 wurde im Stadtrat diskutiert, es abzureißen – der Antrag wurde glücklicherweise nicht angenommen, wie Bürgermeister Bernhard Knuth zu berichten wusste. Ab 2008 wurde das Gebäude mit Städtebaumitteln umfassend saniert und die Räume im Innern mit ihren einmaligen Wandmalereien rekonstruiert. „Heute haben wir dieses wunderschöne Haus in die Mitte unserer Stadt zurückgeholt. Wir binden es ein in das gesellschaftliche Leben und öffnen es für unsere Bürger und für Touristen.“

 

 

Museum

 

hinter der Beelitzer Alten Posthalterei

Beelitzer Spargelmuseum

 

 

Das ehemalige Ackerbürgerstädtchen Beelitz hat mit seinen Ortsteilen inzwischen 12 544 Einwohner und stößt mit seiner herausgeputzten Altstadt und deren Sehenswürdigkeiten auf immer größeres Touristeninteresse – auch außerhalb der Spargelzeit. Um Geschichte und Land und Leute hautnah kennenzulernen, ermpfiehlt sich eine Stadtführung durch den Ort. Zwei mal pro Woche führt Isolde Komm wahlweise auf der kleinen Tour (max. 2 Stunden) oder auf der großen Tour (3 Stunden) auf unterhaltsame Weise durch Beelitz.

Dabei geht es vorbei an der alten Brauerei, der Stadtpfarrkirche, am Deutschen Haus, Rathaus und an der Alten Posthalterei. Sehr imposant am Eingang zur Altstadt steht die Schule im denkmalgeschützten Backsteinbau. Weiter geht es zur alten „Mus-Bude“ (heute Struik Food), zum ehemaligen E-Werk und zum einstigen Amtsgericht (heute Polizeiwache). Halt gemacht wird zudem an der alten Wassermühle am Ortseingang, die bis zur Landesgartenschau 2022 als Domizil für ein kleines Mühlenmuseum und die Stadtbibliothek, die bislang in der Poststraße ihr Domizil hat, hergerichtet werden soll.

 

An der Wassermühle gibt Isolde Komm besonders gern die Anekdote vom Überfall durch Jan Kuck preis. Der hatte im 15. Jahrhundert mit seiner Söldnertruppe die Stadt über die damalige Zugbrücke überfallen. Das Gemetzel gehört zu den schwarzen Kapiteln der Stadtgeschichte. „Im Mittelalter möchte ich wirklich nicht gelebt haben“, sagt Stadtführerin Isolde Komm schmunzelnd.

Kosten: 5 Euro (Erwachsene), Kontakt:  Touristinfo Beelitz, Tel.: 033204-39155 oder Email an: stadtfuehrung@beelitz.de