Alt und doch so frisch: Herbert Köfer spielt im Beelitzer Deutschen Haus

25.01.2019 Beelitz

Für das rundum sanierte Deutsche Haus am Tor zur Beelitzer Altstadt gibt es nach der Eröffnung am 1. Februar bereits ein weiteres Veranstaltungs-Highlight: Im April wird Schauspiellegende Herbert Köfer im Großen Saal gastieren – mit dem Erfolgsstück „Ein gesegnetes Alter“. Für den mit fast 98 Jahren ältesten aktiven Schauspieler der Welt wird es die Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte: Bereits in den 1960ern agierte Köfer im Deutschen Haus, hier hatte die Defa damals ein Atelier eingerichtet gehabt und vor Ort sowie in der Beelitzer Umgebung mehrere Filme gedreht.
  

 
Dass sich der repräsentative Große Saal, der bereits ab 1912 für Kinovorführungen genutzt worden war und künftig durch die Stadt Beelitz betrieben und für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wird, hervorragend für Theater eignet, hatte Köfer bereits festgestellt. Insoweit passt das Stück „Ein gesegnetes Alter“ gleich in mehrfacher Hinsicht hierher: Das Deutsche Haus ist mittlerweile über hundert Jahre alt – und erstrahlt jetzt wieder in vollem Glanze.

In dem Stück von Curth Flatow geht es um einen 90-Jährigen, dessen Mietshaus, in dem er seit 60 Jahren lebt, abgerissen werden soll. Der neue Eigentümer, der ihn dafür hinauswerfen möchte, ist ausgerechnet jene Firma, die das Präparat „Lebenslang“ produziert. Auf das schwört der fitte Rentner eigentlich - und gerät dadurch in einen ernsten Gewissenskonflikt. Dann muss er sich noch mit einer erbsüchtigen Enkelin plagen - und einem ehemaligen Mannequin, mit dem er vor 40 Jahren eine Liaison hatte. In der Rolle des Rentners Georg Neumann hatte einst auch schon Johannes Heesters brilliert.

Neben Köfer als Neumann agieren unter anderem Heidemarie Wenzel („In aller Freundschaft“, „Unsere Hagenbecks“) und Uwe Karpa - die Beelitzer kennen ihn von den Beelitzer Festspielen 2015, als er in der Rolle des Panecke in „Frau Luna“ auf der Bühne stand. Ebenfalls mit dabei ist Anja Thiemann, die in der Rolle der Architekturstudentin Christa Wege findet, den Abriss des Hauses zu verhindern, die Eigentümerin des Hauses indes spielt Heike Köfer.

Das Ensemble war mit „Köfers Komödiantenbühne“ und diesem Stück bereits sehr erfolgreich auf Tournee, einen Auftritt hatte es vor gut einem Jahr auch in Beelitz gegeben, im Tiedemannsaal. Nun wird es im besonderen Ambiente des großen Saals „Zum deutschen Hause“ noch einmal eine andere Wirkung entfalten. Geplant sind sechs Aufführungen in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Beelitz, und zwar an den Wochenenden vom 12. bis 14. und vom 19. bis 21. April.

Thomas Lähns    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

17.01.2019 / Beelitz

Ehemaliges Deutsches Haus wird am 1. und 2. Februar wiedereröffnet

die Stadt Beelitz erhält ein weiteres architektonisches Kleinod zurück. Die einstige Traditionsgaststätte "Deutsches Haus" am Eingang zur Altstadt erstrahlt in neuem Glanz. Am 1. Februar wird der komplett sanierte Vierseithof mit einem Konzert feierlich wiedereröffnet, aufgrund der sich abzeichnenden großen Nachfrage gibt es am 2. Februar einen Zusatztermin. Karten gibt es für 19 Euro in der Touristinfo, Poststr. 15, und im Buchladen nebenan.

Das Haupthaus an der Berliner Straße - früher Gasthaus mit Fremdenzimmern im Obergeschoss - musste auf Grund der maroden Bausubstanz neu errichtet werden. Der Große Saal wurde nach historischen Fotografien rekonstruiert. Blickfang sind Rundbögen und stuckverzierte Säulen. Der knapp 200 Quadratmeter große Saal, der in Verwaltung der Stadt bleibt, bietet 170 Sitzplätze. „Kino, Konzerte und Theateraufführungen werden den Saal wieder zu einem beliebten Treffpunkt machen“, sagt der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth. Schauspiellegende Herbert Köfer soll sich bereits begeistert geäußert haben. „So eine schöne, tiefe Bühne ist ideal für kleine Theater“, so Köfer, der in Beelitz zuletzt im Stück „Pension Schöller“ auf den Brettern einer Freilichtbühne stand. Neben dem Saal gibt es ein Restaurant. In den Händen von Restaurantpächterin Ilmay Schrödl liegt auch die Vermietung der sieben modernen Ferienappartements, die im Haus entstanden sind.
 

 
Das vom Sanierungsträger Stadtkontor Potsdam-Babelsberg betreute Projekt - Bauherr sind die Stadtwerke Beelitz - entstand nach anderthalbjähriger Bauzeit. Es kostete 4,5 Millionen Euro, 615 000 Euro flossen dafür aus Mitteln der Brandenburger Städtebauförderung. Das „Deutsche Haus“ ist nicht nur das letzte der vier prägnanten Eckhäuser an der Beelitzer Hauptkreuzung, das nun wieder neu erstrahlt. Es gehört zugleich zu den letzten kommunalen Gebäuden, die im Auftrag der Stadt, die 2022 die Landesgartenschau ausrichtet, seit der Wende saniert wurden.

Alle vier Eckprojekte seien im geplanten Kosten- und Zeitrahmen entstanden, so die zuständige Bauingenieurin Sigrid von der Heiden vom Sanierungsträger Stadtkontor.

Das "Deutsche Haus" hat eine lange Geschichte. Ende des 18. Jahrhunderts stand dort eine Gärtnerei. 1891 erwarb es der Landwirt August Lintow und betrieb eine Gaststätte. Der später angebaute Saal diente als Lichtspieltheater. Hier zogen bereits die ersten Stummfilme das Publikum der umliegenden Orte an. Die Gaststätte entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem beliebten Ausflugslokal in der beginnenden Blütezeit des Spargelanbaus. Bis Mitte der 1970er Jahre wurde das Haus noch betrieben.

Text Claudia Krause


Thomas Lähns Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Spargelstadt Beelitz